A new defence fund for ‘naked’ string quartet leader

Influential friends of Stefan Arzberger, leader of the Leipzig Quartet who is under investigation in New York after a naked hotel rampage, have formed a defence fund to meet his legal costs and personal expenses during months of enforced unemployment. Stefan is accused of attempted murder of a fellow-guest at the hotel. He will face a judge again next month.

A defence account has been opened in Munich and a number of benefit concerts are planned.

Supporters include Dietlinde Turban-Maazel, the conductor’s widow, and former Gasteig concert hall director, Prof. Dr. Eckard Heintz. Details and account number below.

stefan arzberger

Leipzig/München, 22. Juli 2015. Nach einigen lokalen Freundeskreisen in Leipzig macht sich nun auch ein bundesweiter Unterstützerkreis stark für den Geiger Stefan Arzberger.

 Der Primarius des Leipziger Streichquartetts sitzt seit 27. März 2015 in New York fest, weil die Justiz ihm Mordversuch an einer 64-jährigen Amerikanerin vorwirft. Arzberger war auf einer Konzertreise in Amerika, als er in eine ebenso rätselhafte wie fatale Affäre verwickelt wurde. Fest steht, dass ihm Geld, Kreditkarten und sein Ipad im Hotelzimmer gestohlen wurden von einer Person, die ihn auf sein Zimmer begleitet hat und kurz danach mit dem Diebesgut verschwand. Einige Stunden nach dem Diebstahl irrte Arzberger auf dem Hotelflur herum und soll sich nach Zeugenaussagen als Zimmerservice ausgegeben haben oder auch um Hilfe gerufen haben. Nach etwa 20 Minuten öffnete eine Dame ihre Türe und Arzberger soll ihr an den Hals gegriffen haben. Kurz darauf erschien Hotelpersonal und setzte ihn fest.

 Arzberger selbst kann sich an nichts mehr erinnern. Seine Anwälte gehen davon aus, dass ihm KO-Tropfen verabreicht wurden. In jüngster Zeit hatte es in New York eine Welle von teils aberwitzigen, teils brutalen Raubdelikten mit KO Tropfen gegeben. Trotz mehrfacher Bitten hatte die New Yorker Polizei aber von entsprechend Blut- und Drogentests unmittelbar nach der Tat abgesehen.

 Der Primarius des weltberühmten Leipziger Streichquartetts ‎steht finanziell vor dem Ruin. Seit Monaten verfügt er über keine Einnahmen mehr, sein Quartett musste einen Ersatzmann einstellen. Er hat bereits über 100.000 Dollar als Kaution und etwa den gleichen Betrag für Anwalts-, Gerichts- und Aufenthaltskosten ausgegeben. Auch Gelder für psychologische Gutachter und Ermittler werden gebraucht. Seine Frau steht vor der Aufgabe der gemeinsamen Wohnung in Leipzig.

 Vor diesem Hintergrund hat sich ein Freundeskreis gebildet, der Arzberger mit Hilfe vor Ort und Geldspenden unterstützt. Zu diesem Kreis gehören:

 – Daniela Blaß-Kalkof, stellv. Direktorin bei einer deutschen Großbank

 – Dr. Hans-Joachim Daerr, Deutschlands ehemaliger Botschafter in Japan

 – Prof. Dr. Eckard Heintz, langjähriger Geschäftsführer des Münchner Gasteig und Gründer des Kammermusikfestes „Nymphenburger Sommer“

 – Monika Henschel, Präsidentin des Bundesverbandes der Streichquartette

 – Gitta Niemann, Vertriebsmanagerin bei einer deutschen Großbank

 – Dr. ‎Rainer Ohler, Leiter der Unternehmenskommunikation eines europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens

 – Dietlinde Turban-Maazel, Witwe des Dirigenten Lorin Maazel

 – Dr. ‎Silke Zimmermann, Silke-Zimmermann-Consulting

 Auf der Webseite www.support-for-arzberger.com / erläutern die Unterstützer ihre Motive und rufen zu Spenden zugunsten von Stefan Arzberger auf. Die Webseite zitiert auch weitere Unterstützer wie den weltberühmten Dirigenten und Chef des Gewandhausorchester Kurt Masur.

 Der Freundeskreis um Arzberger plant auch ein Benefizkonzert. Es ist derzeit für den 23. Oktober 2015 in München geplant. Weitere Informationen werden dazu in Kürze veröffentlicht.

 Die Präsidentin des Bundesverbandes der Streichquartette, Monika Henschel erklärte: „Stefan Arzberger ist ein besonders herausragendes Mitglied in unsere deutschen Quartett-Familie. Sein Schicksal berührt uns sehr. Wir sind dankbar, dass sich schon viele Freunde und Unterstützer gefunden haben. Das geht weit über die Musikerfamilie hinaus und zeigt einmal mehr, dass und wie Musik Menschen verbindet. Moderne Drogen können uns den freien Willen und die Erinnerung nehmen. Und diese Drogen sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar. Es kann uns alle jederzeit treffen. Es ist eine große Herausforderung, damit und mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen umzugehen. Ich bitte deshalb alle, denen Musik und Gerechtigkeit etwas bedeutet, um eine Spende für eine wirksame Verteidigung von Stefan Arzberger.“

 Spenden können überwiesen werden auf das Konto: Arzberger

Konto: 0692151601
BLZ: 87080000
IBAN: DE98 8708 0000 0692 1516 01

BIC: DRESDEFF870

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  • But the local legal system and a couple of lawyers are getting money out of it, so they will try to sustain the process.

  • Apparently the American justice system has never heard of Bill Cosby. Even in the little town in the USA where I live in the summers, there were 5 drug rapes in 2010 within a few weeks, probably by a single perpetrator. The women were all spending the evening at night spots near the center of the town. They all woke up raped and dumped in nearby fields with no memory. Details here:

    http://www.abqjournal.com/news/state/06239502583newsstate05-06-10.htm

  • I’m not above criticizing my country’s legal system, but so far there doesn’t seem to be any indication of problems with the legal process in New York. A lady staying in a hotel had a stranger burst into her room and nearly strangle her to death. It’s reasonable to expect that police and prosecutors thoroughly investigate the incident and the alleged perpetrator, and not merely say “Oh, you’re a violinist in a famous string quartet, and you say you were drugged? OK, you can go.”

    • There’s no reason to force him to stay in the States. Germany and the USA have highly effective extradition treaties. And as an artist he travels the world and could be picked by Interpol at any time at virtually any airport.

      • “Germany and the USA have highly effective extradition treaties.”

        However, the Art. 16 (2) of the German constitution forbids the extradition of own nationals (exceptions only apply for EU member states and international courts):

        http://www.gesetze-im-internet.de/englisch_gg/englisch_gg.html#p0085

        So, as soon as he is back on German soil, he would be safe from extradition to the US (though tarvelling internationally would be quite risky).

        However, this doesn’t mean he wouldn’t face a trial for a crime comitted abroad – but it would be a trial at a German court according to German law.

        • I didn’t realize there was no extradition mechanism for German nationals to the USA. This explains why he is forced to stay in the USA. At least he’s out on bail and not in a murderous place like NYC’s Rikers Island prison.

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