Austrian TV clears its schedules to mourn Lorin Maazel and the actor Gerd Voss

A swathe of summer programming has been put on hold in respect for a former head of the Vienna State Opera and a great classical actor.

Where else on earth would that happen?

(At the death of Sir Colin Davis, longstanding music director of the Royal Opera House, the BBC barely blinked.)

maazel tough

ORF:

In memoriam Lorin Maazel

In memoriam Lorin Maazel, der am Sonntag, dem 13. Juli 2014, im Alter von 84 Jahren starb, ändert der ORF sein Programm: Neben der aktuellen Kulturberichterstattung im Rahmen der “ZiB”-Ausgaben und in Ö1 gedenkt der ORF des US-Stardirigenten und ehemaligen Staatsoperndirektors (1982-1984) am Sonntag, dem 20. Juli, um 9.55 Uhr mit einer Kurzfassung des von ihm im Mai 2013 dirigierten “Sommernachtskonzerts” der Wiener Philharmoniker vor dem Schloss Schönbrunn. ORF III zeigt dann das gesamte Konzert (ca. 105 Minuten) um 18.30 Uhr im Rahmen von “Erlebnis Bühne”. Auch 3sat wiederholt das Kulturereignis am Samstag, dem 19. Juli, um 10.55 Uhr in voller Länge. ORF III bringt außerdem im Vorfeld des “Sommernachtskonzerts”, um 16.50 Uhr, die von Lorin Maazel 2007 dirigierte “Messa da Requiem” von Giuseppe Verdi aus dem Markusdom in Venedig. Ö1 sendet am Samstag, dem 19. Juli, um 15.05 Uhr ein “Apropos Musik” ganz im Zeichen von Lorin Maazel.

Der 1930 in Paris geborene Maazel zählte zu den brillantesten und prägendsten Dirigenten und Komponisten seiner Zeit: In seiner 73-jährigen (!) Laufbahn auf dem Konzertpodium dirigierte er nicht weniger als 7.000 Opern- und Konzertaufführungen mit mehr als 200 Orchestern, die Leitung des “Sommernachtskonzerts” 2013 war für den vielfach preisgekrönten Maestro jedoch selbst eine Premiere. Erst im Mai 2013 wurde Lorin Maazel mit der Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper sowie dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: “Musikwelt verliert eine ihrer größten Künstlerpersönlichkeiten”

“Lorin Maazel war einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit: Sein umfangreiches Oeuvre und seine zahlreichen Auszeichnungen bezeugen dies eindrucksvoll. Er arbeitete mit allen großen Orchestern, an allen großen Häusern, und wir sind stolz darauf, dass auch der ORF vielfach mit Maestro Maazel zusammenarbeiten konnte. Die Musikwelt verliert eine ihrer größten Künstlerpersönlichkeiten!”, sagt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz.

“In memoriam Lorin Maazel: Sommernachtskonzert 2013″

ORF 2 bringt im Rahmen der “matinee” am Sonntag, dem 20. Juli, um 9.55 Uhr einen 30-minütigen Zusammenschnitt des von Lorin Maazel geleiteten “Sommernachtskonzerts” der Wiener Philharmoniker vom 30. Mai 2013. In voller Länge ist es am selben Tag um 18.30 Uhr in ORF III sowie am 19. Juli um 10.55 Uhr in 3sat zu sehen. Mit dem berühmten Wiener Orchester verband Maazel, der auch dessen Ehrenmitglied war, eine 52-jährige Zusammenarbeit, geprägt von großer Wertschätzung und Freundschaft. Rund 500 Konzerte, darunter elf weltweit übertragene Neujahrskonzerte, brachte Maazel mit den Wiener Philharmonikern zur Aufführung. Das “Sommernachtskonzert” leitete er allerdings zum ersten Mal. In der traumhaften Kulisse des barocken Schlossparks von Schönbrunn dirigierte Lorin Maazel ein Programm, das den Jahresregenten Giuseppe Verdi und Richard Wagner gewidmet war. Als Solist trat Startenor Michael Schade auf.

“In memoriam Lorin Maazel: Messa da Requiem”

Lorin Maazel leitete 2007 Giuseppe Verdis Totenmesse in der beeindruckenden Kulisse des Markusdoms in Venedig. Die “Messa da Requiem” gehört unbestritten zu Verdis Meisterwerken und zu den bedeutendsten Chorwerken überhaupt. Mit: Anna Smirnova (Mezzosopran), Norma Fantini (Sopran), Francesco Meli (Tenor), Rafael Siwek (Bass), Maggio Musicale Fiorentino, Symphonica Toscanini.

___________________________________________________

Voss,_Gert1

ORF


In memoriam Gert Voss

In memoriam Gert Voss, der am 13. Juli 2014, im Alter von 72 Jahren in Wien starb, ändert der ORF sein Programm: Neben der aktuellen Berichterstattung bringt der “Kulturmontag” heute, am 14. Juli, um 22.30 Uhr in ORF 2 einen Nachruf. Gert Voss im Gespräch mit Harald Schmidt zeigt ORF 2 am Donnerstag, dem 17. Juli, um 23.55 Uhr mit “Scheitern, scheitern, besser scheitern …” (auch am Samstag, dem 19. Juli, um 9.35 Uhr in 3sat bzw. am Dienstag, dem 22. Juli, um 21.50 Uhr in einem ORF III spezial). Die “matinee” gedenkt des Ausnahmeschauspielers am Sonntag, dem 20. Juli, um 9.40 Uhr in ORF 2 mit dem Porträt “Gert Voss – Der Verwandlungskünstler”. ORF III widmet sich Voss mit einer “Erlebnis Bühne mit Barbara Rett – KulturWerk: Gert Voss” (Sonntag, 20. Juli, 22.30 Uhr), der Theateraufführung von “Othello – Der Mohr von Venedig” (Sonntag, 20. Juli, 23.05 Uhr) sowie mit Paulus Mankers international preisgekröntem, vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens gefördertem Drama “Der Kopf des Mohren” (Dienstag, 22. Juli, 23.15 Uhr). Auch Ö1 ändert heute sein Programm: Neben aktueller Berichterstattung geht Ö1 um 19.05 Uhr mit der Autobiografie “Ich bin kein Papagei!” auf eine Theaterreise von und mit Gert Voss.

Gert Voss spielte zuletzt in der achtteiligen Serie “Altes Geld”, die David Schalko derzeit für den ORF in Wien und Niederösterreich realisiert. Aufgrund der tragischen Umstände müssen jetzt kurzfristig entsprechende Adaptionen am Projekt vorgenommen werden.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: “Voss’ Schauspielkunst ist Vorbild für die nachkommenden Schauspielergenerationen”

“Mit Gert Voss verlieren wir einen der größten deutschsprachigen Theaterschauspieler der Gegenwart. Ob tragisch oder komisch: Voss’ Schauspielkunst packte, fesselte und berührte das Publikum, ganz gleich in welchem Fach, und ist Vorbild für die nachkommenden Schauspielergenerationen. Auch der ORF konnte mit Gert Voss zahlreiche hervorragende Produktionen realisieren. Die letzte müssen wir nun ohne ihn abschließen.”

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: “Gert Voss war ein herausragender Mensch, der mit seinem künstlerischen Wirken unser Leben bereicherte und uns die Mehrdimensionalität unseres Daseins vor Augen führte”

“Gert Voss brannte für die Kunst und besonders für das Theater. Er machte es zum Mittelpunkt seines Lebens. Dieses hat nun eine der schillerndsten und unkonventionellsten Darsteller und Theatermacher unserer Zeit verloren. Gert Voss vermochte es, uns das Leben in seiner Vielschichtigkeit und Mehrdimensionalität vor Augen zu führen. Seine künstlerischen Visionen und Darstellungen zwangen uns förmlich zur Auseinandersetzung mit uns selber und unserer Umwelt. Unvergessen wird mir sein variantenreiches und beeindruckendes Spiel in Wien unter Claus Peymann sein. Wir saßen verzaubert und gebannt in ‘Richard III.’, ‘Hermannsschlacht’ und ‘Ritter, Dene, Voss’. Gert Voss wird immer einer der ganz großen unvergesslichen deutschsprachigen Schauspieler sein.”

Mehr zu den Inhalten der einzelnen Programmpunkte (in chronologischer Reihenfolge)

“Ich bin kein Papagei.” Eine Theaterreise von und mit Gert Voss (Montag, 14. Juli, 19.05 Uhr, Ö1)

Seine erste Liebe galt nicht dem Theater, sie galt dem Film. Schon die Namen der Kinos schienen unwiderstehlich. Sie hießen “Crystal Palace” oder “Star”, “Carlton” oder “Nanking”. Die Karriere begann in den Kinos von Schanghai, dort wurde Gert Voss als Sohn deutscher Eltern am 10. Oktober 1941 geboren. Später, zurück in Deutschland, begann er, seine Lieblingsfilme nachzuspielen. Er wollte werden wie seine Helden: William Holden, John Wayne oder Gregory Peck. Gert Voss, einer der überragenden Schauspieler des deutschsprachigen Theaters, hat im Jahr 2011 seine “Theaterreise” als Buch herausgebracht. Programmatischer Titel: “Ich bin kein Papagei”. Darin erzählt er von seinem Werdegang, er berichtet von frühen Höhenflügen in München, Stuttgart und in Bochum, er gibt Einblick in den oft mühsamen Prozess der Erarbeitung von Rollen und schildert seine Begegnungen mit den Regiegrößen Claus Peymann, Peter Zadek, George Tabori oder Luc Bondy. Breiten Raum widmet er den ersten, den mehr als schwierigen Jahren in Wien. “Er dachte”, schreibt Voss, er sei hier auf dem “falschen Schiff”. Wien und seine Presse reagierten ablehnend und aggressiv auf die Invasion der “Deitschn”. Seine Autoreifen wurden zerstochen, Drohbriefe kamen, Gert Voss wurde unter Polizeischutz gestellt.

“Scheitern, scheitern, besser scheitern … – Harald Schmidt trifft Gert Voss” (Donnerstag, 17. Juli, 23.55 Uhr, ORF 2 bzw. Samstag, 19. Juli, 9.35 Uhr, 3sat und Dienstag, 22. Juli, 21.50 Uhr, ORF III)

Harald Schmidt fährt nach Gardone zu André Heller und trifft dort Gert Voss zum Gespräch. Ein Zusammentreffen zweier Granden der Bühne, zum einen Voss, einer der bedeutendsten Schauspieler im deutschen Sprachraum, zum anderen Schmidt, einer der ganz großen TV-Unterhalter, glühender Voss-Fan und selbst ausgebildeter Schauspieler. Arrangiert wurde dieser Gedankenaustausch mit Anekdoten über George Tabori, Peter Zadek, Luc Bondy und Claus Peymann vom gemeinsamen Freund André Heller, der seinen Sitz am Gardasee, den “Giordano Botanico”, für die TV-Aufzeichnung zur Verfügung gestellt und gemeinsam mit Regisseur Lukas Sturm dieses Gespräch für den ORF gestaltet hat.

“matinee”-Porträt: “Gert Voss – Der Verwandlungskünstler” (Sonntag, 20. Juli, 9.40 Uhr, ORF 2) Regie: Susanna Schwarzer (2011)

Am 10. Oktober 1941 in Schanghai geboren, war Gert Voss bereits als Kind vom Film fasziniert. Er wollte Zeichner bei Walt Disney werden, entschloss sich dann aber doch, Schauspielunterricht zu nehmen. Starke Charaktere, verführerische Schurkengestalten, Könige oder Mörder, mit jeder seiner Figuren versuchte Gert Voss ein anderer zu sein. Legendär sind seine Rollen, ob als despotischer Ludwig in “Ritter, Dene, Voss”, buckliger Richard III., verspielter Hermann in Kleists “Hermannsschlacht” oder als liebestoller Othello – Gert Voss eroberte mit Herz und Gefühl sein Publikum.

“Erlebnis Bühne mit Barbara Rett – KulturWerk: Gert Voss” (Sonntag, 20. Juli, 22.30 Uhr, ORF III)

Sein Traum als Schauspieler, dass sich das Publikum fragt “ist das der Voss, oder ist er’s nicht?”. Erst nach einer Weile soll man den Voss durchschimmern sehen. Er bezeichnete sich selbst als hochraffinierten Lügner. Auf der Straße erkannt zu werden, war ihm unangenehm. Seine Schüchternheit legte er mit den Rollen ab. Für König Lear färbte er sich die Haare weiß, für Othello lief er nächtelang brüllend durch den Wienerwald. Gert Voss wird am 10. Oktober 1941 in Schanghai geboren. 1948 kommt die Familie nach Österreich. Die Jugend verbringt er am Bodensee. Er studiert Germanistik und Anglistik und nimmt privat Schauspielunterricht. Intendant Hans-Peter Doll entdeckt das große Talent. Voss spielt in Heidelberg, bevor er mit Claus Peymann nach Bochum und 1986 ans Wiener Burgtheater wechselt, wo er im ersten Jahr als Richard III. brilliert. Thomas Bernhard schreibt für ihn und zwei Schauspielkolleginnen ein eigenes Stück: “Ritter, Dene, Voss”. Es folgen unzählige große Aufführungen am Burgtheater, Gastauftritte in Köln und Berlin, sowie die Rolle des “Jedermann” bei den Salzburger Festspielen. Mit Ignaz Kirchner tritt er am Burgtheater auch als Komikerduo auf. 1995 kürt ihn die “Times” zum “Besten Schauspieler Europas”.

ORFIII – Spezial: Othello – Der Mohr von Venedig (Sonntag, 20. Juli, 23.05 Uhr, ORF III) Aus dem Akademietheater mit u. a. Gert Voss (Othello), Heinz Zuber, Florentin Groll, Ignaz Kirchner, Günter Einbrodt und Rudolf Melichar (1991) Regie: George Tabori

Othello – in George Taboris spektakulärer Definition von Shakespeares zeitloser Metapher für Leidenschaft, Hass, Eifersucht, Selbstwertkonflikt und (Selbst)zerstörung.

“Der Kopf des Mohren” (Dienstag, 22. Juli, 23.15 Uhr in ORF III) Drama mit u. a. Gert Voss, Manuel Löffler, Leni Tanzer und Oana Solomonescu (1995) Regie: Paulus Manker; Drehbuch: Michael Haneke

Die Geschichte des Diplomphysikers Georg B. (Gert Voss), dessen Verdrängungsmechanismen eines Tages schlechter zu funktionieren beginnen und der so in unmittelbare Konfrontation mit den schwelenden Ängsten unserer hochtechnisierten Gesellschaft gerät. Die Geschichte seiner Panik und die daraus resultierende Leidensgeschichte seiner Familie. Ein Film über den Wahnsinn eines Mannes und den Wahnsinn einer Gesellschaft.

share this

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on google
  • Re the reaction to Colin Davis’ death: if you have a government of cultural philistines and a new Culture Secretary whose sympathies lie exclusively with lowbrow mass entertainment, plus airwaves that have a built-in bias against ballet, opera and symphonic music (the BBC had one item after another on their news bulletins about Glastonbury a few weeks back), plus an engineered public perception that serious music is a niche interest, it is not at all surprising that the good and the great in the UK are so rarely recognised. The passing of every piffling little jazz player or every B-movie actor in the US of A gets a mention on BBC news bulletins, but don’t expect big names in the world of classical music to get the same kind of treatment.

  • >